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DJ Gedanken
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Das DJ-Wort zum Sonntag


mit freundlicher  Genehmigung von André Trothe



Keine "Pflichtlektüre!" Nur für Besucher unserer Seite, die gerade 10 Minuten Zeit zum lesen haben.

„Du hast es gut! Du musst nur ein paar nette Scheiben auflegen und bekommst für so wenig Arbeit so viel Geld!
In der Woche kannst Du dann faulenzen“.


Diesen Satz hört man als DJ relativ oft. Aber ist es wirklich so, muss man „nur“ ein paar Scheiben auflegen und ist dabei dann auch noch völlig überbezahlt?

Klar, wer DJ wird und damit sein Hobby zum Beruf gemacht hat, hat es generell natürlich gar nicht so schlecht getroffen.

Aber der Job bringt auch viele Gefahren und Nachteile mit sich. Davon möchten wir Ihnen, durchaus mit Humor und ein klein wenig Ironie, aber auch ernsthaft, mal einige vorstellen, um Ihnen die Tätigkeit als DJ etwas näher zu bringen.

  • n Der „Beruf“ als DJ ist eigentlich gar keiner. Es gibt keine anerkannte Berufsbezeichnung als DJ und es ist kein Lehrberuf. Schon so wichtiges wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung für diese Tätigkeit abzuschließen, fällt sehr schwer. Es gibt kaum einen Versicherer, der für diesen Zweig eine Versicherung anbietet. Wenn man dann endlich einen Versicherer gefunden hat, wird dort nur bis zu einer gewissen finanziellen Grenze so etwas angeboten, die Risikozuschlag kostet und im Ernstfall nicht einmal an nährend ausreichen würde, um den Lebensunterhalt abzudecken. Sollte also mal der Fall X eintreten und man kann diesen Beruf als hauptberuflicher DJ nicht mehr ausüben, hat man ein Problem.
  • n Freundeskreis? Familie? Moment mal, wenn alle anderen sich am Wochenende mit ihren Freunden und Familien treffen und vielleicht selber nette Dinge unternehmen, muss man als DJ sehr oft selber arbeiten und kann nicht teilnehmen. Man muss also auf einen sehr verständnisvollen Familien- und Freundeskreis treffen, da man fast nie für sie Zeit hat. Frau? Freundin? Partnerin? Jeder denkt pauschal, dass man als DJ bestimmt nur „schnipp“ machen muss, da man auf Partys ja ständig im Mittelpunkt steht und sich sofort das weibliche Geschlecht um einen scharrt.

    Um mal mit diesem Klischee aufzuräumen: Nein, so ist es nicht (na gut, so ist es leider nicht immer)! Es ist sogar eher schwer eine Beziehung zu führen, da man auch auf eine sehr verständnisvolle Partnerin treffen muss. Man hat am Wochenende ja fast nie Zeit für sie. Welche Frau macht das schon gerne und lange mit? Es sind in dieser Branche tatsächlich schon viele Beziehungen und Ehen durch den Job zerbrochen.
  • n Altersvorsorge? Krankenversicherung? Klar, muss man alles haben. Aber natürlich auch alles selber teuer bezahlen, da man als hauptberuflicher DJ natürlich selbstständig ist. Und eins ist auch klar: Krankheit kann man sich als selbstständiger hauptberuflicher DJ nicht leisten! Ein Ausfall wäre zu teuer!
  • n Weitere Kosten? Hat man als hauptberuflicher DJ doch kaum, oder?! Doch und zwar eine ganze Menge. Wenn man sich auf hochwertige Veranstaltungstechnik verlassen möchte, die bei allen Lautstärken gut klingt, zuverlässig ist und trotzdem möglichst klein und schnell aufzubauen, dann kostet diese eine Menge Geld und wird ständig erneuert, da man die Ausfallquote natürlich auf ein Minimum reduzieren möchte.

    Okay, nicht alle in der Branche legen soviel Wert auf gute Technik. Wir schon! Dazu kommen diverse Kosten für Werbung. Man ist in Branchenbüchern eingetragen, man hat eine Homepage, man ist kostenpflichtig bei Suchmaschinen und anderen Internetbörsen eingetragen, man hat Visitenkarten, man hat Prospekte. Nicht ganz unwichtig ist natürlich auch, dass man seinen Musikbestand ständig aktuell halten muss und natürlich somit auch Geld für CD´s oder Schallplatten ausgibt.

    Auch das Auto eines DJ´s kostet mehr Geld. Es muss schließlich eine Ecke größer sein als ein Smart, da die gesamte Technik ja auch irgendwie verstaut werden muss. Größere Autos verbrauchen natürlich in der Regel auch einen Tick mehr Benzin. Unglücklicherweise will dann auch immer noch der Steuerberater Geld von einem haben und wenn der sein Geld hat, gibt es danach ja immer noch das hässliche Finanzamt. Natürlich hat man auch keinen bezahlten Urlaub, kein Urlaubsgeld, kein Weihnachtsgeld.
  • n Urlaub machen? Klar, wenn man denn nach viel Arbeit und harten Nächten genug Geld verdient hat, kann man auch Urlaub machen, Aber Moment mal, wann kann man das eigentlich machen? Man muss ja schließlich darauf achten, dass man nicht zu viele Aufträge verpasst, möglichst sogar gar keinen. Jeder Auftrag den man verpasst, lässt den Urlaub schließlich noch teurer werden. Die Hauptsaison fällt also weg! Man kann eigentlich nur im Januar, Februar, März und November Urlaub machen. Ungünstig wird das dann, wenn man ein schulpflichtiges Kind hat und an Ferienzeiten gebunden ist, um mit diesem auch mal zu verreisen. Und wenn man dann endlich kurzfristig gebucht hat, kommen ausgerechnet an den beiden Wochenenden, wo man dann weg ist, noch kurzfristig zwei Aufträge rein, Mist, teurer Urlaub!
  • n Gesundheitsschäden durch den Beruf als DJ? Wie das denn? Es lässt sich nun einmal nicht vermeiden, dass man die Musik etwas lauter machen muss, wenn die Gäste tanzen sollen. Zu leiser Musik tanzt erfahrungsgemäß keiner. Diese Beschallung hat man als DJ dann am ganzen Abend voll im Ohr, da man ja auch noch über die Kopfhörer arbeitet. Man steht ja auch immer relativ nah an den Boxen dran, wobei man sich mit der Zeit angewöhnt, sich immer hinter den Boxen aufzubauen.

    Trotzdem, es gibt sehr viele DJ´s, die einen chronischen Tinitus haben. Vorprogrammiert ist auch, dass man mit zunehmendem Alter, einen Teil seiner Gehörstärke verlieren wird. Es gibt auch sehr viele DJ´s, die chronische Rückenprobleme haben. Zum einen steht man die ganze Nacht und zum anderen und das ist viel entscheidender, man hat wahnsinnig viel Gewicht zu heben und das, für eine Veranstaltung, genau 4x komplett zu bewegen. Auto zu Hause einladen. Auto am Veranstaltungsort ausladen und aufbauen. Am Ende der Feier wieder abbauen und einladen. Zu Hause angekommen wieder ausladen, da man keinerlei Versicherungsschutz hat, wenn das Auto geknackt wird und die Technik weg ist.

    Man bewegt also für eine Veranstaltung im kleineren Rahmen (bis 150 Personen), ca. 130 KG genau 4x hin und her. Also knapp 520 KG an einem Tag. Okay, Fitnessstudio kann man sich so auch sparen. Weitere Gesundheitsrisiken? Ja, man arbeitet ständig Nachts, wobei der menschliche Organismus leider darauf eingestellt ist, Nachts zu schlafen. Das führt dazu, dass sich der Körper umstellt und man selbst an Tagen ohne Job, nicht mehr früh einschlafen kann. Dazu arbeitet man ständig bei schlechtem Licht und schlechter Luft.
  • n Preiskampf? Ganz „gefährliches“ Thema! Es gibt in dieser Branche, das muss man ganz klar so sagen, eine Menge Schrott. Viele potentielle Kunden sind zurecht sehr vorsichtig bei ihrer DJ Wahl, da man ab und an mal etwas negatives gehört hat. Vielleicht war man auch selber mal auf einer Feier, wo sich „Rudis Rollende Disko“ (ohne jemanden zu nahe treten zu wollen), den ganzen Abend mit peinlichen Spielen, niveauloser Moderation und dazu noch grotten schlechter Musik selbst profilieren wollte. Es hat natürlich auch jeder eine andere Einstellung zum Beruf und zu dem, was ein DJ machen sollte und was nicht. Auch solche DJ´s haben ihren Kundenkreis und das soll auch so sein.

    Wenn man einen DJ bucht und selber keinen kennt, bucht man sehr oft die Katze im Sack. Einige Mitstreiter gehen mit der Einstellung an den Markt, dass es eine lockere Art und Weise ist, sich als DJ mal kurz ein paar Euro nebenbei zu verdienen. DJ kann doch „jeder“ werden! Obwohl das natürlich quatsch ist! Man muss mit der Musik ja schließlich auch „umgehen“ und diese gut verpacken können. Mixbare Musikrichtungen sollten dann natürlich auch noch gemixt werden können. Einige DJ´s kaufen oder leihen sich dann also irgendwo eine billige Anlage, laden sich ihre Musik aus dem Netz heraus oder haben noch ein paar CD´s zu Hause stehen und bieten ihre Leistung am Markt dann für 100-150,- Euro cash an. Oft ist noch nicht einmal ein Gewerbe angemeldet und., Moderation ist ein Fremdwort.
  • Wenn nun ein „Fremdkunde“, der einen noch nicht selber live erlebt hat, bei mir anruft, und meine Preise hört, die irgendwo im gesunden Mittelfeld anzusiedeln sind und dann durch irgendeinen Bekannten hört, dass dieser einen DJ kennt, der für 100,- Euro cash auflegt, ist es natürlich nicht so ganz einfach, dem Fremdkunden meine Preis nahe zu bringen.

    Den 100%tigen Unterschied in der Qualität und Leistung wird man nämlich erst dann spüren, wenn man mit dem 100,- Euro DJ auf die Nase gefallen ist, weil die Anlage bescheiden klang, weil die Musikauswahl schlecht war, weil der Kerl aussah wie ein Clown, weil der Kerl womöglich sogar betrunkener als viele Gäste war und bei vielen weiteren Dingen. Man kann natürlich nicht alle günstigen DJ´s über einen Kamm scheren. Das heißt auch ganz sicher nicht, dass ein DJ der teuer ist, auch automatisch gut ist, egal, ob neben- oder hauptberuflich. Fakt ist, es Sinn macht, wenn man als hauptberuflicher DJ oder als Agentur reelle Preise aufruft. Ansonsten könnte man sich wirtschaftlich nicht lange halten und den Kunden dauerhaft auch nicht so eine gute Qualität liefern. Jedoch ist die gute Qualität doch für alle Kunden das Wichtigste, oder?

    Ein Porsche kostet nun einmal auch mehr als ein Hyundai. Wir sind der Porsche und bieten unseren Preis zu VW Passat Konditionen an. Wir stehen zu unseren Preisen und haben uns diese durch gute Leistung und viel Einsatz hart erarbeitet. Wir möchten unseren Kunden jederzeit eine gute Qualität in allen Bereichen unseres Jobs liefern! Dafür möchten wir auch angemessen bezahlt werden!
  • n Wenige Arbeitsstunden und Überbezahlt? Damit habe ich angefangen und bereits einige Nachteile an diesem Beruf aufgezählt, die das vielleicht schon etwas relativiert haben. Ich möchte an dieser Stelle mal einen normalen Freitag beschreiben, bei dem man in diesem Beispiel für eine Hochzeit gebucht ist. Nehmen wir einfach mal einen Durchschnittswert, sprich diese Hochzeit soll um 18.00 Uhr mit dem Sektempfang losgehen und ist ca. 30 KM vom eigenen Wohnort entfernt.

    Der Arbeitstag für einen DJ beginnt in so einem Fall gegen 15.00 Uhr. Zu dieser Zeit fängt man dann an, zum ersten Mal die ca. 130 KG zu bewegen und das Auto zu beladen. Danach springt man dann unter die Dusche und macht sich für den Auftritt zurecht. Gegen 16.30 Uhr fährt man dann los, um gegen 17.15 Uhr am Veranstaltungsort einzutreffen. Dort lädt man die ca. 130 KG wieder aus dem Auto aus und fängt an, die Technik aufzubauen. Wenn man Glück hat, ist das ganze ebenerdig. Sonst heißt es nämlich richtig schleppen, da die Sackkarre dann nicht hilft. Spätestens um 17.45 Uhr muss man dann mit dem Aufbau fertig sein, da man natürlich schon bereit dort stehen möchte, wenn die Gäste eintreffen. Um 18.00 Uhr geht dann der Sektempfang los. Um 19.00 Uhr geht das Essen los.

    Während dieser Phase macht man als DJ in der Tat eigentlich nichts, außer die Hintergrundmusik laufen zu lassen. Nichts tun ist aber manchmal viel anstrengender, als in Action zu sein. Natürlich isst man in dieser Zeit auch selber etwas. Gegen 22.30-23.00 Uhr folgt dann der Eröffnungstanz und die eigentliche Party startet. Da steht man dann ständig unter positiver Hochspannung. Man versucht, die Stimmung hochzuhalten, die Tanzfläche voll zu haben und die Leute in Ekstase zu versetzen. Dafür ist man schließlich gebucht worden und hat eigentlich die Hauptverantwortung dafür, dass die Party ein Erfolg wird. Ein schlechtes Essen verzeiht ein anwesender Gast schnell und es gerät in Vergessenheit. Einen schlechten DJ, der die Party kaputt macht, behält man immer im Kopf. Man versucht auf Musikwünsche einzugehen und es möglichst allen anwesenden Gästen recht zu machen.

    Schlechte Laune kann man sich als DJ dabei natürlich nicht leisten. Gegen 4.00 Uhr ist die Party dann beendet. Zu diesem Zeitpunkt ist man als DJ dann auch so langsam ziemlich erschlagen, wobei man das immer erst merkt, wenn es sich allmählich auflöst und ruhiger wird. Man baut die Anlage ab und packt die ca. 130 KG wieder in sein Auto. Gegen 5.30 Uhr morgens ist man zu Hause. Da entlädt man noch das Fahrzeug mit den üblichen 130 KG und ist so gegen 5.50 Uhr damit fertig. Zu diesem Zeitpunkt hat man bereits einen knapp 15 Stunden Arbeitstag hinter sich und ist eigentlich todmüde. Unglücklicherweise ist man vom Job aber noch so aufgekratzt, dass man nicht sofort schlafen kann und noch eine weile Fernsehen guckt. Muss man auch, da das Pfeifen in den Ohren sonst ohnehin so laut wäre, dass man die leichte Fernsehbeschallung als Ablenkung zum einschlafen benötigt.

    Irgendwann um 6.30 Uhr schläft man dann ein, um am Samstag einen ähnlichen Ablaufplan wieder zu haben. Am Sonntag lange schlafen ist aber nicht drin, da das eigene Kind (wenn man denn eines hat) ja auch das Recht hat, seinen Vater zu sehen und was Nettes mit ihm zu machen. Kann sich jetzt ungefähr jemand vorstellen, warum man die nächsten Tage nach so einem Wochenende völlig erschlagen ist? Natürlich hat man auch in der Woche etwas zu tun. Mal abgesehen davon, dass auch in der Woche gelegentlich Aufträge stattfinden, muss man ja schließlich auch ganz banalen Bürokram erledigen, Rechnungen schreiben, Angebote schreiben, Buchhaltung machen, mit Kunden und Interessenten telefonieren, sich mit anderen DJ´s absprechen, seine Technik pflegen, den Musikbestand vervollständigen und vieles mehr.


  • Jetzt habe ich Ihnen einiges beschrieben, was der Beruf einen DJ´s so alles mit sich bringt. Nicht das ich hier falsch verstanden werde., aber auch nach 30 Jahren ist jeder Auftritt ist immer wieder eine neue Herausforderung, sich selber und den anwesenden Gästen zu beweisen, dass man hier genau richtig ist und das Beste aus einer Party herausholen möchte. Wenn man diesen Job mit Freude betrachtet und sich niemals wieder vorstellen kann, etwas anderes zu machen, dann liebt man schließlich auch die Vorteile, die dieser Job mit sich bringt und nimmt die eventuellen Nachteile gerne in Kauf. Man ist sein eigener Herr, hat sein Hobby zum Beruf gemacht, ist immer wieder an neuen Veranstaltungsorten, bekommt fast immer leckeres Essen, lernt viele nette Leute kennen, hat fast immer fröhliche Menschen um sich und man genießt es, die Leute auf der Tanzfläche vor sich glücklich zu machen.

    Also, kann es etwas schöneres geben, als DJ zu sein??!

    Für mich, soviel ist sicher, ganz bestimmt nicht! Ich liebe diesen Beruf und das wird immer so bleiben! Ich hoffe, diese Liebe zum Beruf kann ich Ihnen auch auf Ihrer Veranstaltung beweisen.

    Ihr André Trothe

 

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